ALLALINHORN - WEISSMIES - WALLIS - SAAS TAL

25. - 26.09.2016
Als wir vor 4 Wochen auf dem Wallberghaus beisammengesessen sind, entstand die fixe Idee dieses Jahr noch einen Kurztrip nach Saas Fee zu unternehmen. Wir das waren mein Vater, mein Bruder und Ich. Für die beiden Erstgenannten war es das erste bzw. das zweite Mal auf Steigeisen = Hochtoureneinsteiger. Deshalb musste es was Einfaches für den Anfang sein. Da wir außerdem wenig Zeit hatten, wäre eine Seilbahnunterstützung auch nicht schlecht. Also schnell hoch und runter.
Als Ziel hatte ich uns das
Allalinhorn UND ...
DAS WEISSMIES...
ausgesucht. Als Basis diente der S.A.C. Hochtourenführer Wallis aus dem Jahre 2002. Warum ich das so betone erfahrt ihr etwas später.
Nachdem wir uns erst am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr Richtung Schweiz aufmachten, war uns bewusst es wird spät!. Der Weg durch die Schweiz zieht sich ewig und ist bei Dunkelheit eher anstrengend, bei Tags aber ein Landschaftliches Highlight. Wir kamen gut durch und landeten gegen 22:30 Uhr auf dem Campingplatz Schönblick in Saas Grund. Es war kalt, denn der Himmel war fast klar, der Campingplatz liegt auf über 1600m und wir hatten Ende September.
Das Camp stand dann recht schnell und wir kuschelten uns ziemlich bald in die Schlafsäcke. Um 5:30 Uhr klingelte der Wecker. Die erste Bahn hoch zum Mittelallalin erwischten wir trotzdem nicht. Unzählige Jugendmannschaften, mehrerer Nationen standen schon Schlange um oben auf dem Gletscher, für die anstehende Saison zu trainieren.
Warum hatte ich mir das Allalinhorn über die Normalroute ausgesucht? Zum einem sollten sich meine Kameraden und auch ich - das letzte Mal auf Steigeisen war auch schon wieder ein paar Monate her - , sich mit dem Gehen auf Steigeisen vertraut machen, zum anderen war er mit seinen 500hm – inkl. Seilbahnunterstützung - , eine gute Akklimatisierungstour. Wir kamen gut voran. Gewaltige Spalten säumten unseren weg. Dazu hatte es, so wurde uns später berichtet, das letzte Wochenende ca. 50cm Neuschnee gegeben, der in der Sonne glitzerte.
Auf einer Höhe von ca. 3800m bekam mein Vater leider Probleme mit der Höhe. Dadurch wurden wir erheblich langsamer. Er entschied sich dann 80m unter dem Gipfel zur Umkehr.
Mein Bruder und ich stiegen dann noch zum Gipfel auf. Nachdem wir an der Bergstation Mittelallalin, wieder vereint waren, genossen wir ein Weißbier zu stolzen Schweizer Preisen und fuhren mit der Bahn zurück in den Ort.
Zum Testbereich
Mit dabei waren: Mountain Equipment – Squal Hooded Jacket, Lowe Alpine - Alpine Attack 45:55 Tourenrucksack, Warmpeace – Torg Pant, Socken Lorpen – Midweight Hicker und Bridgedale Trekker
Matterhorn
2. Tag

Wir hatten uns am Abend noch einmal alle Details der Tour angeschaut und waren zuversichtlich, dass wir am nächsten Tag alle auf dem Gipfel stehen werden.
Pünktlich waren wir an der Seilbahn und kamen dort kurz mit einer Seilschaft aus dem Ostblock ins Gespräch. Sie fragten uns „ob wir Richtung Weissmies unterwegs seien. Am Tag davor waren alle Seilschaften und auch Sie selber umgedreht. Im Augenblick sei das Durchsteigen sehr riskant. Der Neuschnee der letzten Woche, mache die Passage im Hängegletscher nicht kalkulierbar."

Hmm – Danke für die Info! Anschauen wollten wir uns das Ganze natürlich, also stiegen wir in die Bahn nach Hoch Saas.

Was sehr schön war das fast alle Bergbahnen im Bürgerpass inkludiert waren.

Den Pass bekommt man als Gast für die entrichtete Kurtaxe. Schöne Sachen bei den Preisen - zurück zum Berg. Der erste Blick auf die Wand bestätigte die Kameraden. Man konnte 2 Spuren entdecken, die sich unterhalb der oberen Gletscherzone teilte.
So sehr wir auch suchten, wir konnten keine Spuren oberhalb des Hängegletschers entdecken.
Vor Ort wurde das Bild nicht besser. Das Gelände war steiler als es hier rüberkommt und die Spalte unterhalb war groooß :o). Ich wollte mir noch kurz die Situation hinter dem Buckel anschauen, aber eigentlich war die Entscheidung schon gefallen. Dieses Gelände wäre für mich typisches - Solo Geh - Gelände, dazu muss sich aber jeder der Sache gewachsen sehen. Dazu Bedarf es aber einiger Erfahrung, deshalb war der Entschluss "Runter!" der einzig Vernünftige.

Gletscherspalten die durch den Schnee nicht sichtbar waren kamen noch dazu. Als ich das kurze Stück alleine aufgestiegen war, war unter meinem linken Fuss kurz auch mal ein schwarzes Loch zu sehen. Besser raus…

Wir begegneten noch 2 geführten Seilschaften, die ebenfalls umdrehten.
Nach einer lehrreichen Spaltenbergungsübung, machten wir es uns kurz gemütlich und
schauten auf die geplante Route und den Gipfel zurück.
Hier zeigte sich wieder, dass aktuelles Führermaterial zwingend notwendig ist. Der Unterschied der Bilder vom Gletscher aus unserem Führer von 2002 und dem aktuell gesehenen, ist schon dramatisch. Der Rückgang des Gletschers, hat Diesen um einiges steiler und zerklüfteter und somit gefährlicher werden lassen. In solchen Bereichen sollte man, wenn man am Seil geht, in meinen Augen Zwischensicherungen setzen, das war bei dem Schnee definitiv nicht möglich.

Einen Eissturz aus Dem in der Bildmitte, aktuell in der Sonne liegenden Teil des Gletschers, konnten wir live miterleben.
FAZIT:
Das war ein kurzer aber sehr schöner Trip ins Wallis.

Für das nächste Jahr haben wir uns schon wieder angekündigt.