SKITOUR BUGSCHROFEN (SKIDEPOT) 1915m - Tannheimer Berge

04.03.2018
Endlich komme ich wie versprochen dazu, ein paar Tourenberichte online zu stellen. Da sich meine Schulter, bei „Testtouren mit der Familie“ nicht negativ „meldete“, konnte ich auch wieder was „Ernsthafteres“ angehen. Ein kurzes Telefonat und das Ziel stand fest. Es sollte der Bugschrofen über den Hundsarschgraben und das Karretkar, in den Tannheimer Bergen werden. Abreise war um 07:30Uhr in Peißenberg. Es fand sich wieder eine altbekannte Runde zusammen. Paule mein Bruder, Frank vom DAV Peißenberg, als neues Mitglied der Runde war Johannes dabei und natürlich Jörg als Ortskundiger und Fachübungsleiter Skitour = Planer des Ganzen. Das Problem: Jörg ging es an dem Morgen nicht gut, sodass der Ortskundige ausfiel und wir schnell eine eigene Grobplanung vornehmen mussten.
Der versteckte kleine „Konrads-Hüttle-Lift“ in Vils, war schnell gefunden und wir packten auf dem noch leeren Parkplatz unsere Tourenausrüstung aus. Die Sonne schaute bald über die Berggipfel, sodass wir die ersten Meter im Sonnenschein unternehmen konnten. Der Beginn der Tour verläuft zunächst, nachdem wir das Skigebiet nach links verlassen und den Hundsarschbach überwunden hatten, im gleichnamigen schattigen Graben. Die steile Waldschneise war unangenehm zu gehen, eisig mit einer geringen Schneeauflage, da ist eine lange Kante von Vorteil, also mussten wir Splitboarder recht bald sie Harscheisen rausholen. Auf jeden Fall war uns jetzt richtig warm. Die Steilheit nahm dann recht bald ab und wir marschierten in angenehmer Steilheit durch den verschneiten Winterwald.
Es ist schon faszinierend in was für eine Winterlandschaft man dort eintauchte. Keine 1,5 km Luftlinie Richtung Norden - raus aus dem Schatten der Berge, war alles grün und die Landschaft erinnerte mehr an Frühling.

Hier lag noch so viel Schnee, das versprach noch einige Wochen Skitourenvergnügen zumindest in höheren Regionen.

Zurück zur Tour: nachdem der Wald lichter wurde, konnten wir zum ersten Mal das Karretkar in Augenschein nehmen. Leider war deutlich zu sehen, dass vor einigen Tagen eine Lawine abgegangen war und somit die schöne Flanke nur in Teil-Bereichen schön zu fahren sein wird. Wir zweigten nach links ins Karretkar ab und folgten eine Spur die 2 Bergkameraden vor uns gelegt hatten. Die Bedingungen waren wechselnd: von 20cm Pulver, über windgepresst bis abgerutscht eisig war alles dabei. Entsprechend anspruchsvoll war der Aufstieg. Häufiger ging der Talski weg, sehr kraftraubend…
Man startet ins Kar mit einer Steilstufe vom vielleicht 25 – 30%, bevor es kurz etwas flacher wird und wir vor einer Engstelle standen, die noch einmal ordentlich „aufsteilte“. Die Spuren unserer Vorgänger waren nur als scharfe Einschnitte im eisigen Untergrund zu erkennen. Für mich das Zeichen: Brett auf den Rücken und zu Fuß die vielleicht 30 HM aber bestimmt 40% steile Rampe rauf. Am Rand ging das hervorragend, guter Trittschnee der nach 2 Schlägen gut hielt und nicht „wegging“. Trotzdem ist es immer eine schweißtreibende Angelegenheit…
Oben angekommen, lag vor uns eine flache Mulde an dessen linken oberen Rand das Skidepot Bugschofen liegt. Die vielleicht noch 150hm legten wir zügig zurück und konnten in der Scharte zum ersten Mal wieder die Sonne genießen. Wir verweilten nur kurz in der Sonne, da die Bedingungen recht schwierig waren, machten wir uns zügig an die Abfahrt. Wir Splitboarder hatten mit den Bedingungen in der Abfahrt weniger Probleme, das schaute bei den Skifahrern schon anders aus. Ich will es mal ausgleichende Gerechtigkeit nennen, was wir hoch kämpfen müssen, gleicht sich runter wieder aus.

Nachdem wir wieder unten waren, genossen wir noch ein Bierchen vor dem Konrads Hüttle. Es war ein Traumtag, mit bedingt gutem Schnee aber neuen Ideen. Wir haben nämlich im Aufstieg die Schlicke Schulter entdeckt. Eine Tour die gerade Jörg ziemlich zu jucken scheint, zumindest will er die unbedingt dieses Jahr noch angehen…Bericht folgt.