3 Tage, 3 Hütten und 3 cm Neuschnee

ein Gastbeitrag von Splitboarding.eu
Es ist der 31.12.2015 und unsere brennende Lust auf Splitboarding ist nicht mehr zu stoppen. Wir treffen uns morgens um 7.30 Uhr am Stubaier Gletscher um eine Splitboard Hochtour von Hütte zu Hütte in Angriff zu nehmen.
Die Lawinengefahr hält sich in Grenzen ;-), doch die Wettervorhersage ist mit maximal 4 Sonnenstunden und nachfolgender Eintrübung mit Schneefall eher mäßig. Nichts desto trotz machen wir uns, mit ca. 25kg Gepäck - ist ja Silvester und ganz so minimalistisch wollten wir nun auch nicht unterwegs sein - auf den Weg. Ziel ist neues Gelände zu erkunden und unsere Bergwelt trotz bestehendem Schneemangel kennen zu lernen.

Zunächst geht es gemütlich rauf zum Daunjoch, dann runter zum klassischen Auffellplatz des Zuckerhütls. Anfellen, Harscheisen dran und los geht’s. Zunächst gemächlich rauf zum bekannten Pfaffensattel. Von hier fahren wir, nachdem wir „umgebaut“ haben, über den bei dieser Schneelage erschreckend spaltigen, doch gleichzeitig wunderschönen Sulzenauferner, ab. Machen ein paar Fotos und genießen die Zeit am Berg. Unterhalb des Gletschers lassen wir die gewaltigen Berg- und Gletscherkulisse in Form einer riesigen Eishöhle auf uns wirken. Nach ein paar Minuten des Innehaltens, in denen man(n) sich ziemlich klein fühlte, heißt es sich auf den Aufstieg am Seil vorzubereiten, denn wir wollten unsere "Bergskills" mal wieder festigen.
Der Aufstieg ist angenehm und die Landschaft überrascht uns mit vielen wunderbaren Einblicken in die Welt der Stubaier Gletscher. Schließlich stehen wir vor dem letzten Aufschwung der uns von der Müllerhütte trennt. Naja, von Aufschwung kann nicht die Rede sein. Wir fragen uns, wie sollen wir diesen 100 Meter hohen, mit vereinzelten Altschneeresten durchsetzen und fast senkrechten Felsriegel, überwinden? Die Tatsache, dass es hier einen Felssturz gab und der Weg zur Hütte gesperrt und nicht mehr begehbar ist war uns bei der Planung nicht unter die Augen gekommen. Die aktuellste Auflage der DAV Karte 31/1 „Hochstubai“ wies diesen Aufstieg noch aus.
Nun gut, die Alternative über den Lübecker Weg erscheint uns in Anbetracht der Wettervorhersage und der vorgerückten Stunde etwas weit. Denn auch dort hätten wir zwei Felskämme überwinden müssen. Also nähern wir uns der vermeintlichen Schlüsselstelle an, diskutieren über die Aufstiegsvarianten und sind uns sehr schnell einig. "Durch diese Rinne muss er kommen." Hmm, steil, sehr steil, wenig Schnee, am besten „Sichern“ - wenn möglich, was kann im schlimmsten Fall passieren? Schaffen wir es bevor es dunkel wird? Hält das Wetter? Diese Fragen gehen durch unsere Köpfe und wir bereiten uns jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt auf den Aufstieg vor.

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