Zahn - Zahnnadel - Gipfelbuch

10.06.2018
Parken: Parkplatz Kolbenalm oder Kolbensattel“arena“ (Parkgebühr 3€)
Zustieg: 1 – 1 1/2h (670hm)
Ausrichtung: N + S
Routenanzahl: 9
Schwierigkeiten: 1-5 (6) / 6-7 (2) / 8-11 (1)
Wandhöhe: 20 – 50m
Wandfuß: schmales Wiesenband
Absicherung: gut bis sehr gut, auch wenn der 1. Haken teilweise recht hoch gesetzt ist
Bemerkungen: freistehend am Grat, dadurch schnell trocknend
Da für den Sonntag ab Mittag mal wieder Gewitter angesagt waren, hieß es früh aufbrechen, oder im Bus schlafen. Ich entschied mich für die 2. Option, die Kinder wollten nachkommen. Treffpunkt hatten wir für 7:00 Uhr am Kolbenalm-Parkplatz ausgemacht.
Mit den ersten Sonnenstrahlen kroch ich aus dem Schlafsack und schenkte mir erstmal einen Kaffee aus der Thermoskanne ein. Punkt 7 kamen dann auch schon die Kinder, d.h. meine „Große“ mit ihrem Freund. Sie hatten sich das Gebiet rausgesucht, ich wollte nur Zaungast sein, da ich meiner Schulter bis jetzt nur Nachstiege bis zum max. im 4. Grad zugestehen wollte.

Die Kids zogen dann ganz schön los. In nicht ganz einer Stunde hatten wir die 670hm schon zurückgelegt und standen klitschnass geschwitzt am Anstieg. Unser Basislager schlugen wir in der Zahn Nordseite auf. Ideal um runterzukühlen, denn es war schon ganz schön dampfig.
der erste Haken in ca. 4m Höhe
Nach einer kurzen Pause stiegen die Kids gleich in die erste Route ein. Eine schöne 4 (Schafskopf). Löchriger Fels, leicht bauchig Aufschwünge im unteren Bereich, aber immer griffig – schön (ca. 20m). Für mich war es im Nachstieg eine hervorragende Krankengymnastik, so habe ich mir das vorgestellt.

Wir waren also "warm", deshalb wurde gleich die Tour nebenan angehängt. Diese ist ganze 35m lang und im Führer als 2 Seillängen-Tour (4, 4-) angegeben. Das mit den 35m war von mir nur geschätzt, sodass wir zur Sicherheit einen Knoten ins untere Ende des Seils machten. Es war dann tatsächlich so, dass die Mittelmarkierung, auf Höhe der 2. Exe „leuchtete“ – naja mit Seildehnung müsste es schon langen :o). Ging dann auch gut…

Die erste Seillänge war wieder sehr schön, wie mir die Kinder berichteten. Die 2. war splittrig, rollig, unschön – hatte mit klettern eigentlich nicht mehr viel zu tun. Kann man, muss man aber nicht machen. Ich habe mich dann für den Verzicht entschieden.


Damit waren wir fertig an der Zahn Nordseite. Die beiden Touren in der Südseite wollen wir später mal besuchen. Wir wechselten also zur Zahnnadel und starteten mit der Tour "Krone". Diese liegt im Schwierigkeitsgrad 3, also wieder was für mich. Leider zog der Himmel auch schon ganz schön zu und die ersten gelegentlichen Tropfen waren auch zu spüren. Die Route war schnell abgehakt. Lasst euch vom ersten Haken der in vielleicht 4 – 5m Höhe steckt nicht abschrecken, er ist gut zu erreichen. Oben auf der Nadel befindet sich ein Gipfelbuch, das ist natürlich immer eine schöne Sache, gerade wenn es auf einem Klettergipfel liegt.
Wechsel in der Führung
kurz vor dem Ausstieg
Tiefblick auf Oberammergau
Zahnnadel Gipfelbuch
die angedeutete Rinne
Stützen...
In meiner Kletterheimat der Sächsischen Schweiz ist so ein Buch auf jedem Klettergipfel. Früher, vor 35 Jahren als ich das klettern dort angefangen habe, konnte man auf manchen Gipfel noch richtig historische Einträge bewundern. Heute ist das mit der Frequentierung des Klettersports nur noch auf den 8000ern (Gipfel wo der leichteste Weg einer Sächsischen VIII entsprechen muss) in Sachsen möglich. Auf so einem Gipfel durfte ich leider noch nicht stehen. Die klassischen Achter sind gerade auch was die moralischen Anforderungen betrifft, eine Nummer für sich.
8000er - Bärfangkegel
8000er - Bärfangkegel
Gipfelbuch in Sachsen
Aber jetzt bin ich abgeschwiffen :o) zurück zur Zahnnadel. Seppi hat sich dann noch links in die Route Namens Bürste geworfen. Diese ist mit 5 schon etwas anspruchsvoller. Ab dem ersten Haken geht es schonmal etwas kräftiger zu. Auch hier steckt Dieser etwas höher, lässt sich aber ebenso gut anklettern. Als er wieder unten war, fing es leider stärker an zu regnen, sodass wir unsere Sachen packten und ins Tal trotteten. Um 13 Uhr waren wir wieder am Auto, der Regen war durch und das Wetter war wieder bestens, wir hätten also durchaus noch die eine oder andere Route probieren können. Aber was soll es, auch so war es ein schöner Halbtagesausflug und wir kommen ja wieder, dann auch wieder ein wenig weiter mit der Schulter, sodass auch ich ein paar mehr Optionen zum klettern habe.
Seppi in Bürste