LABERKÖPFL - REINDLKANTE alpines Abenteuer

24.06.2018
Parken: Parkplatz Karwendelbahn (Parkgebühr 3€ - 1 Tag)
Zustieg: 1 – 1 1/4h (ca 350hm)
Ausrichtung: NW
Wandhöhe: -150m
Absicherung: gut, Satz Klemmkeile + Bandschlingen empfehlenswert
Bemerkungen: unterer Bereich schöne Kletterei mit teilweise viel Luft unter dem Hintern. Den oberen Bereich („Gehgelände“) mit Anfängern und Kindern sichern – ACHTUNG Zeitintensiv
Nachdem es die Nacht geregnet hatte, hatten wir am Morgen keine Eile. Abfahrt war also für 9 Uhr geplant. Durch die Ausrichtung benötigt der Fels ein wenig um abzutrocknen. Die Route ist im Ammergauer Führer mit 6 Seillängen + Gehgelände angegeben. Da ich aber mit 2 Anfängern und meiner 10-jährigen Tochter unterwegs war, war mir vorab schon klar, dass das Gehgelände vermutlich in Bereichen gesichert werden muss und wir länger brauchen werden. Es wird knapp…aber die Tage sind ja im Augenblick zum Glück lang.
Der Parkplatz der Laberbergbahn war natürlich schon ordentlich gefüllt. Wir fanden aber noch ein Platzl und machten und zügig auf den Weg. Da ich mir den Zustieg schon vorab auf meine Suunto Spartan gezogen hatte war der Zustieg schnell gefunden. Aber auch mit der Beschreibung im Ammergauer ist das kein Problem:

„Weg Richtung Laber folgen. Nach einigen Serpentinen und ca. 10 Minuten Gehzeit gelangt man auf eine Forststraße. Hier links weiter der Forststraße folgend, bis eine neugebaute Forststraße rechts abzweigt. Kurz danach verlässt man die Straße nach rechts in den Wald. Nach kurzem Suchen am Waldrand, findet man bald eine Schneise, welche geradewegs nach oben führt.“
Ergänzung von mir: Dort trifft man wieder auf eine Forststraße, kurz nach links und rechts bei einem Steinmann und einer gelben Markierung wieder steil nach oben.

„Nun immer den deutlichen Steigspuren folgen, bis der Wald lichter wird und man die Wand sieht. Weiter rechts des Wandvorbaus hinauf, dann nach links zum Fuß der Kante.“
auf dem Forstweg - die Reindlkante im Blick
die Schneise
kurz vor dem "oberen" Forstweg
der Abzweig oben mit der gelben Markierung
die letzten Meter zum Einstieg
Einstiegsbereich
Da wir Pepper unseren Hund auch dabei hatten, bauten wir ein Lager, wo wir auch die großen Rucksäcke ablegten. Vom Einstieg in einer Nische, geht es rechts hoch, gleich recht steil, aber griffig und mit einer Bohrlasche auch gut abgesichert. Nach den ersten steileren Metern geht es nach links auf die Kante, wo auch bald der erste Stand bei einer riesen Sanduhr erreicht ist. Was sich hier schon zeigt, die Verständigung ist teilweise nicht einfach – also Seilkommandos ausmachen! Die nächsten Seillängen führen immer in der Nähe der Kante und teilweise mit ordentlich Luft unter dem Hintern nach oben. Die Wegfindung ist hier unten kein Problem. Immer wieder tauchen Haken auf (Bohrlaschen und Normalhaken) und leiten den Weg nach oben. Für alle die gerne etwas mehr Fixpunkte im Weg haben bieten sich immer wieder Möglichkeiten Schlingen (Latschen) oder Keile zu legen.
Leider endet nach 5 Seillängen die schöne Kletterei. Ab jetzt geht es im "Gehgelände" für alle die sich sicher fühlen weiter. Steile Wiesenhänge, Schrofen und leichte Kletterei sind ab hier angesagt. Ich empfehle dringend unsicher Kletterer und Kinder zu sichern - ACHTUNG auf SEILZUG und DIE ZEIT!

Es muss einmal ein Felskopf rechts um klettert (ca. 3) werden. Nicht von den Steigspuren die links um diesen herumführen, fehlleiten lassen.
die ersten steilen Meter am Einstieg (4-)
die große Sanduhr
Quergang zur ausgesetzten Kante (4. SL)
Tiefblick
im oberen Bereich
aufgeräumter Stand
Ende der "schönen" Kletterei am Felstor
Auf dem Gipfel waren die Gesichter aller Teilnehmer doch schon ganz schön gezeichnet. Richtige Gipfelfreude wollten bei keinem so richtig aufkommen. Ich hatte noch den Abstieg im Kopf, der im Gesamten auch noch eine Herausforderung werden sollte (Abseilen, Wegfindung, Pepper holen), die Kinder waren müde und Tour hatte auch psychisch ihren Tribut gefordert. Bis auf den Weg zur Laberalm, wo wir mal den Abzweig nach rechts verfehlt hatten, kamen aber alle gut am Auto an. Ich musste Pepper noch vom Einstieg abholen, sodass der letzte erst um 22 Uhr im Auto saß. Was für ein Tag…
hey da war schon einer vor mir da
Paulina in der Abseile
Schrofengelände im Abstieg zur Abseilstelle / Drahtseil
nach der Abseile
nach dem Verhauer - im Aufstieg zur Laberalm
Gedränge am Abseilstand
endlich unten - vor dem Rückmarsch
Gesamteindruck: Alpine Unternehmung, die durchaus sehr lange dauern kann. Durchweg gut gesichert. Wegverlauf im oberen Bereich nicht immer eindeutig erkennbar.
die Tour ist auch in guten Zustiegsschuhe zu machen - die Scarpa CRUX gibt es ab sofort beim KRAXLA für 109,95€ anstatt 139,95€